Dienstag, 13. November 2012

Ich bin und bleibe Optimist Teil 3

Juten Tach! Da isse wieda und se hat was mitjebracht. Neue Jeschichten ausm echten Leben...

Wo waren wir stehengeblieben?! Ach stimmt - beim gemütlichen Chaos... Ich räumte also an dem Sonntag noch ein paar Dinge von rechts nach links, von einem Karton in den nächsten und teilweise begleitete ich Sachen auf ihrem letzten Lebensweg (Warum sind Wohnheimmülleimer eigentlich so verdammt klein?!). Glücklicherweise hatte ich bei meiner Freundin gut gegessen und konnte so erstmal ohne Essen auskommen.
Ach ich habe ja was vergessen: Wir waren an dem Tag bei IKEA in Holland und haben allerlei Zeugs was in meinem Zimmer noch fehlte eingekauft. Das ging auch ohne Portemonnaie, da meine Freundin ihre Kreditkarte springen ließ und ich (erstmal) auf ihre Kosten shoppen konnte... Kennt ihr das? Man hat viel Geld (SEHR viel Geld) ausgegeben, die Sachen verteilt, eingeräumt und aufgebaut und wenn man nachher jemandem erzählen will wie es zu der hohen Summer kam, fallen einem nur so tolle Sachen wie Kleiderbügel, Kissen und ne Tagesdecke ein?! Gut, dass es Kassenzettel gibt die einem schwarz auf weiß beweisen was man so alles für Kinkerlitzchen im Wagen hatte und dass der Preis tatsächlich stimmt! Ich käme mir sonst jedes Mal irgendwie "verarscht" vor. Aber weiter im Text...

Aktenzeichen XY ungelöst: DAS PORTEMONNAIE!

Mich bringt ja so schnell nichts aus der Ruhe. Nach zwei Tagen ohne Geldbörse fühlte ich mich aber doch leicht unwohl. Im Auto war nichts, im alten Zimmer war nichts, im Sprinter hatten wir nichts gefunden, zwischen den Karton war nichts... Schon blöd wenn ich alle amtlichen Dokumente neu besorgen müsste. Ist auch blöd so ohne was zu Essen vor sich hin zu vegetieren. Aber die Miri ging erstmal schlafen und schlief ziemlich....Blöd! Frühstück fiel aus, noch nicht mal Müsli hatte ich (aber Müsli mit Wasser ist jetzt auch nicht die Delikatesse schlechthin). Ich fischte eine Dose Ravioli, die mit umgezogen war, aus meiner Küchenschublade - juhu, Essbares! Blöd nur wenn man nichts zum Öffnen hat... Aber es gibt ja noch ein paar Schubladen zu durchforsten (ich muss vielleicht erklären dass ich selber nur ein Zimmer mit Waschbecken und Balkon habe und die Küche und ein Aufenthaltsraum für alle Mitbewohner da ist). Was fand ich?!




Voller Vorfreude auf die köstlichste Mahlzeit meines Lebens machte ich man in die Arbeit mit diesen (augenscheinlichen) Folterinstrumenten. Schnell wurde meine Motivation aber durch Frustration ersetzt und ein Anruf bei Mama folgte "Ich habe hier so einen alten Dosenöffner. Wie benutzt man den?" "Damit musst du die Dose aufhebeln, aber pass auf die sind sehr scharf" Hmmm hebeln, soso, ich hebelte, bohrte, fluchte, meckerte und hebelte, mein großartiges Ergebnis:


Jetzt konnte ich die Raviolis immerhin schon riechen und sogar rote Sauce sehen. Warum hat man kein Internet wenn man es braucht? Es gibt bestimmt tausende Youtube-Videos die das Benutzen von oldschool-Dosenöffnern erklären... Blöd, blöd, blöd!!! Ich saß auf meinem Stuhl, fühlte mich wie ein Lebenslegastheniker und überlegte mir wie ich die nächsten Tage ohne Geld und Essen rumkriegen sollte als mein Handy anfing zu dudeln. Es meldetet sich die Frau von Eywis (Das wird tatsächlich so ausgesprochen obwohl es Avis geschrieben wird - lustig). Mein Portemonnaie lag hinter der Handbremse und unter dem Sitz. Yesssssssss!!! Dafür fuhr ich auch gern nochmal die 1 Stunde nach Krefeld. Ich bekam meine Geldbörse zurück und ging erstmal Einkaufen. Ein Grundstock an Nahrungsmitteln fand den Weg in meine Tasche. Das nächste Problem wartete allerdings schon wieder auf mich... In unserem Kühlschrank hat jeder Mitbewohner ein kleines Fach das man abschließen kann. Größenmäßig also leider sehr beschränkt. Aber Miri wäre nicht Miri wenn sie das nicht auch irgendwie hinbekommen würde. Meine Puzzlefertigkeiten aus frühester Kindheit, das Zuschauen beim Packen des Urlaubsautos und viele Umzüge in der letzten Zeit, ließen mich zur Höchstform auflaufen. Jeder Zentimeter wurde genutzt und so passte schließlich alles in mein Fach...


Im Supermarkt fand ich auch einen Dosenöffner und eine Fußluftpumpe. Die wehrlose Raviolidose hatte absolut keine Chance mehr! So bereitete ich mir ein fürstliches Festmahl und aß genüsslich jede doofe Nudel einzeln...

Der Tag ging seinem Ende entgegen und ich tat das was ich zuvor auch getan hatte: ich sortierte, packte, schmiss weg.

Am Dienstag (30.10.) entführte ich die neue erworbene Luftpumpe in den Fahrradkeller und hauchte meinen Reifen neues Leben ein. Ich schnappte mir auch direkt das Rad und erkundete das Gelände der LVR, sowie die Stadt die ich nun mein zu Hause nenne würde. Ich meldete mich um und machte einen Abstecher zum Hosenprobieren. Ich suchte noch eine farbige Cordhose, da mir meine schon wieder zu weit geworden war. Als ich eine Verkäuferin um Hilfe bat schaute sie mich an und sagte "Wie ist denn Ihre Größe? Sie tragen doch bestimmt eine 38?" Ahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh!!!! Hat sie das wirklich gefragt?????? Ich möchte diese Frau drücken, knutschen und bejubeln!!! Alles was ich rauskam war sowas wie "Ja. Diese Hose hier ist auch von Ihnen. Das ist eine 40 und die ist mir schon viel zu groß" Was ein Glücksgefühl! Die Strapazen hatten sich gelohnt! Gekauft habe ich dann zwar nichts, aber ich suchte mir zielstrebig ein neues Ziel: Ein Friseur. Mein letzter Schnitt lag schon 1,5 Jahre zurück und die Spitzen musste dringend ab, außerdem wollte ich wieder einen vernünftigen Pony. Nach vielen Ahs und Ohs aufgrund der Länge meiner Haare bekam ich einen guten und günstigen Schnitt. Zum ersten Mal habe ich mir die Haare im Salon anschließend selber geföhnt und gestylt. Hier das Ergebnis (bissl verstrahlt):


Zu Hause richtete ich noch Telefon und Internet ein. Der Techniker hatte in zweistündiger Kleinstarbeit alle Kabel im Keller umgesteckt und so hatte ich endlich (!) eine schnelle und konstante Leitung für mich ganz alleine! Wie lange habe ich darauf gewartet :)
Eine weitere Nacht in meinem Hochbett bahnte sich an und auch diesmal schlief ich nicht besonders gut. Ich denke ich werde noch brauchen bis ich mich daran gewöhnt habe...

Am Mittwoch ging es dann zum brunchen nach Krefeld zu einer Freundin. Wir erzählten, lachten, meckerten und freuten uns auf den neuen Lebensabschnitt (sie war/ist die Kollegin die zeitgleich mit mir aufgehört hatte). Nachdem wir fertig waren wollte ich die Reifen an meinem Auto wechseln. Ich fuhr erst in die Waschstraße um den Dreck des letzten Jahres runter zu bekommen. Nach einer halben Stunde stand ein saubers Auto vor mir. Von meinem Vater hatte ich den Knarrenkasten bekommen, aus dem Kofferraum holte ich den Wagenheber und aus der Fahrertür zupfte ich die Einmalhandschuhe. Wär doch gelacht wenn ich das nicht schaffen würde? Meine Freundin wollte noch in die Stadt und so machte ich mich allein an diese Herausforderung. Der Wagenheber stellt kein Problem dar, erst als ich merkte, dass der Aufsatz für die Knarre nicht auf meine Schrauben passte und kein anderer Aufsatz in der Kiste zu finden war, machte sich Unmut breit... Nach ein wenig Zetern fiel mir ein, dass ich ein Radkreuz im Kofferraum hatte. Unter dem Verbandskasten, zwischen Warndreieck und Warnweste fand ich das Ungetüm. Ich zog und riss an den Schrauben rum, aber erst als ich mich mit meinen schönen blauen Keilabsatzschuhe auf das Metall stellt und drauftrat bewegten sich die Schrauben. Schnell hatte ich alle Räder ab und die Winterreifen drauf, allerdings fiel mir auf, dass ich nichts zum Beschriften dabei hatte und da ich aufgepasst hatte, wusste ich dass VR, HR, VL und HL wichtige Komponenten waren um die Räder auch nächstes Jahr wieder aufziehen zu können. Ich überlegte und überlegte bis mir schließlich einfiel dass ich auf dem Rücksitz meine Übernachtungstasche stehen hatte. Ich wollte noch zu meinem Bruder in Richtung Dortmund... Aus der Tasche zog ich meinen Kosmetikbeutel und fand auch schnell wonach ich suchte: meinen Lipliner! Fix bekamen die Räder ihren finalen Anstrich und landeten auf dem Felgenbaum im Keller der Freundin.






Ich wartete noch auf meine Freundin, verabschiedete mich und suchte die nächste Tankstelle auf um die Reifen aufzupumpen und anschließend nach Dortmund zu fahren. Dort verbrachte ich ein paar Tage mit Fotografieren, modeln, quatschen und Familienbesuchen. Mein Bruder hatte mir zwei Regalbretter und eine Schreibtischplatte zugesägt. Mama und auch Brudi hatten mich vorher gebeten das Auto auszumessen, da sie nicht davon ausgingen, dass die Platte mit 0,88mX2,25m in meinen Seat passen würde. Ich hatte schon Hochbetten und aufgebaute Kommoden damit transportiert, da würde doch son bisschen Platte kein Problem darstellen?! Ich vertraute auf mein Augenmaß und lud das Teil in mein Auto. Leider musste ich schnell feststellen, dass meine Familie Recht hatte und das gute Stück nicht reinpassen würde. Ich war kurz davor zu heulen, weil ich unbedingt Ordnung in meinem Chaos haben wollte, den PC aufbauen und meine Nähmaschien auspacken wollte. Ich würde noch länger ohne Tisch auskommen müssen... Geknickt fuhr ich zum Schweden und holte mir zumindest ein günstiges Schlafsofa und ein paar Kleinigkeiten die ich noch brauchte. Zuhause angekommen lud ich alles aus, räumte und kramte weiter und machte mir Gedanken wie ich die Platte zu mir bekommen würde...

Die ersten beiden Schultage vergingen und mein Vater rief an. Wir quatschten über die Schule, mein Zimmer und über das Problem mit dem Schreibtisch. Er bot sich an sein Auto auszumessen und mir das gute Stück vorbeizubringen. So kam es, dass Papa zwei Tage später mit der Platte vor meiner Tür stand und ich endlich mein Zimmer vervollständigen konnte. Ich war ihm so dankbar!!! Einfacher und günstiger hätte ich es gar nicht haben können. Leider war seine Zeit knapp und er fuhr direkt nach dem Ausladen wieder nach Dortmund zurück. Wer mich kennt weiß dass ich sofort anfing umzustellen und zu dekorieren. In den darauffolgenden Tagen machte ich noch ein paar dekorative Kleinigkeiten und so sind meine 15qm sehr gemütlich geworden












Jetzt fehlen nur noch Rollcontainer für den Paiperkram, Regalhalter um die Bretter an die Wand zu kriegen, ein Teppich und ein paar Kleinigkeiten. Es ist soooooo schön geworden :)

Jetzt aber genug - über die ersten Schultage, die Leute, meine Erlebnisse und die kreativen Ergebnisse aus Shootings und Bastelaktionen berichte ich beim nächsten Mal.

Morgen geht es zur Hospitation in die Forensik. Ich bin schon ganz gespannt wie es ist mit psychisch kranken Straftätern zu arbeiten. Ich denke ich werde viele Vorurteile abbauen und eine andere Sichtweise bekommen. Auch darüber berichte ich dann beim nächsten Mal :)

Sonntag, 11. November 2012

Ich bin und bleibe Optimist Teil 2

Herzlich Willkommen in unserer Sendung "Miris Welt"! Auch heute wird uns Miri wieder auf eine Reise in ihre höheren Chaossphären mitnehmen. Seien Sie gespannt wenn sie cholerische Anfälle aufgrund Platzmangel, Kartonüberschuss und fehlender Sitzgelegenheiten bekommt!

Jaha! Da sin' ma wieder...
Um in der zeitlich korrekten Abfolge zu bleiben, fange ich mal mit meinem letzten Arbeitstag an, oder mit einem kurzen Einschub am Montag, 22.10.2012. Einer meiner Arbeitskollegen hatte mich schon vorgewarnt, dass er mir gerne eine Rose zum Abschied schenken wollte, aber nicht am letzten Tag sondern vorher, da ja sonst so viel auf einmal kommen würde... Dieser Arbeitskollege ist schon ein therapeutisches Meisterwerk! Einerseits extrem Karrieregeil (Dumm nur, dass er es nie zu was bringen wird, da er sich dafür die falsche Abteilung ausgesucht hat und einen Psycho als Chef hat - Schade!) und ein Kollegenschwein (nimmt anderen Telefonate weg um beim Chef positiv aufzufallen, macht lieber das was Chef will, anstatt seine Kollegen zu helfen...), andererseits macht er für mich Obstteller, lädt mich zum Eis oder Chinesen ein, macht dann wieder Sprüche unter der Gürtellinie ("Hast du gleich Feierabend?" "Ja, warum?" "Dann kann ich gleich an deinem Stuhl schnüffeln wenn du nicht mehr da bist" - oder - "Setz doch mal bitte die Brille auf und guck so ganz streng darüber, das mag ich") und dann weint er wenn seine Frau das Portemonnaie verloren hat oder er zum ersten Mal seit einem Jahr einen Fehler bei einem seiner Berichte gemacht hat. Das Schlimmste fand ich aber seine extreme Kniepigkeit: Wir haben kurz nacheinander Geburtstag und so wollten wir zusammenlegen um den Kollegen ein paar Kleinigkeiten zu kredenzen. Er kam mit einer Liste zu mir und schusterte mir die teuren Sachen wie Celebrations, Babybel, Bifis und Haribos zu. Den Rest wollte er besorgen. Ich hatte noch einen Kuchen gebacken. Am nächsten Tag komm ich an und sehe vier Pappteller mit jeweils 10 Teilen bestehend aus ALDI-Lebkuchen, ALDI-Marzipankartoffeln, ALDI-Spekulatius. Eigentlich wollte ich nichts sagen, aber es störte mich schon. Irgendwann fragte er mich ob wir quitt wären und ich versuchte nett zu sein, konnte mir aber den Kommentar, dass die Zutaten für den Kuchen allein schon so viel gekostet hätten wie seine Auslagen nicht verkneifen. Daraufhin antwortete er nur "Wenn wir so anfangen muss ich ja auch die Arbeitsstunden meiner Frau berücksichtigen. Sie ist Personaltrainerin und konnte während der Backzeit ja nicht arbeiten." Boah war ich sauer!!!! Diese Geizigkeit zog sich durch die gesamte Arbeitszeit.
Als ich nun an dem besagten Montag zur Arbeit kam stand eine schöne Rose auf dem Tisch mit einer Prinzessin Lillifee Karte. Meine Freundin sagte nachher "Die hat er aber nicht extra gekauft. Die ist von seiner Tochter, er hatte die schon hier" :) Naja mir wars egal, es kam ja auf die Geste an - ich habe mich jedenfalls sehr gefreut!



Aber genug davon :)
Letzter Arbeitstag:
Da meine Freundin und ich am selben Tag die Abteilung verlassen wollten, hatten wir beschlossen zusammen ein Buffet herzurichten. Ich hatte den Abend vorher in 5 stündiger Kleinstarbeit Krümelmonstermuffins, Oreo-Eulen-Muffins und eine weiße Schokolade-Himbeertorte gebacken. Da ich ja begeisterte Bäckerin bin, habe ich das sehr, sehr gern gemacht und die Lobeshymnen der Kollegen ließen mich die Nase ein Stückchen höher tragen. Die Muffins waren zwar nicht perfekt, aber wurden mit sehr viel Liebe gebacken!




Ich hatte noch ein kleines Gedicht vorbereitet :) Ursprünglich wollte ich über jeden Kollegen einen Zweiteiler basteln und bei dem ein oder anderen unterschwellige Fiesigkeiten einfließen lassen, aber ich wurde doch etwas sentimental und beließ es bei Allgemeingefasel.
Von meinen Kollegen bekam ich ebenfalls ein Gedicht, einen wunderschönen Blumenstrauß und einen Gutschein für H&M (nachdem ich um zwei Kleidergrößen geschrumpft bin, kann ich den gut gebrauchen!). Tränen ließen sich meinerseits nicht verhindern. Im Nachhinein frag ich mich warum, schließlich lag ein wunderbarer, hat erarbeiteter und lang ersehnter Weg vor mir, aber in dem Moment war mir danach :)




An Arbeiten war nicht mehr zu denken! Ich räumte meinen Arbeitsplatz auf, sortierte Privates aus, schickte alle emails von Freunden und Bekannten an meine Privatadresse und zählte die Stunden und Minuten. Es wurde gedrückt, geknuddelt, geschwafelt und verabschiedet. Eine Kollegin hatte mir noch eine Thermoskanne mit Glühwein mitgebracht (irgendwie hatten wir das mal so vereinbahrt :)) Allerdings konnte ich den nicht trinken ohne dass es wie in einer Schnapsbar gerochen hätte. Also nahm ich die Kanne mit nach Hause und gönnte mir beim Kartonpacken das ein oder andere Becherchen (ich erinnere mich an ein sehr lustiges Gespräch am Telefon :)).

Die letzte Nacht in meinem Untermieterzimmer rückte heran... Vom Vermieter hatte ich mich schon vor ein paar Tagen verabschiedet, da er über dass Umzugswochenende wegfahren wollte. Meine Habseligkeiten waren verpackt und ich war erstaunt wie viel Kram ich so angehäuft hatte... (Der größere Teil stand schon im Flur, ich hatte aber versäumt ein Foto zu machen)




Am nächsten Tag ging es nach Krefeld zur Autovermietung wo der bestellte Sprinter schon bereit stand. "Recht breites Gerät" dachte ich so bei mir und düste durch die Straßen bis nach Mönchengladbach. Ich hatte Brötchen und Getränke für die Helfer besorgt und schmierte erstmal fleißig Stullen. Um kurz nach zehn kam schon meine Freundin und wir fingen an einzuladen. Um elf kamen dann mein Vater und mein Bruder um auch die restlichen Sachen in den Sprinter zu schaffen. Sie schiene recht glücklich und dachten das wäre alles... Tja, ich musste sie leider enttäuschen - bei meiner Freundin stand nochmal das Dreifache im Keller. Nach zwei Stunden hatten wir alles eingeladen und der Sprinter war ziemlich voll.

In Düren angekommen waren alle etwas genervt nachdem sich herausstellte, dass es durch zwei Türen, einen langen Flur, drei Treppen und nochmal zwei Türen ging bevor man in mein Zimmer kam. Mein Bruder erkundete das Haus und fand einen Weg durch den Keller. Wir konnten die Sachen dort in den Fahrstuhl schaffen und oben holte mein Vater die Sachen raus um sie auf dem Balkon zu stapeln. Nach vielen Schweißtropfen und Gestöhne hatten wir alles ins Zimmer geschafft. Der Hochbettaufbau stand an.

Das war eine sehr (!) lustige Aktion. Jeder motzte jeden an, es fielen Sätze wie "Du stinkst" "Du bist unfähig" "Jetzt halt doch mal die Klappe" "Du kannst auch gar nichts" " Du machst doch alles kaputt". Gut dass die Tür offen stand und jeder mithören konnte :) Nachdem wir das gute Stück dreimal auf und wieder zugeschraubt hatten stand es. Die Höhe war doch tatsächlich einigermaßen okay. Das Sarg-Feeling würde wohl ausbleiben (Schade wo ich doch so ein großer Vampirfan bin :)).

Ich schleifte alle zu einem Imbiss und gab ne Runde Currywurst-Pommes aus. Leider gab es nur noch drei Bratwürste (sowas hab ich auch noch nie erlebt) und Markus musste/wollte einen Dönerteller. Als ich bezahlen wollte fand ich mein Portemonnaie nicht, hatte aber glücklicherweise noch was Geld so dabei und konnte bezahlen...

Meine Familie machte sich davon und ich fuhr mit Anke und dem Sprinter nach Krefeld. Auch im Sprinter und im Auto fand ich meine Geldbörse nicht "Wird wohl irgendwo zwischen den Kartons liegen" dachte ich mir und macht mir erstmal keine Gedanken mehr... Die Nacht verbrachte ich bei meiner Freundin, ich hatte nämlich wenig Lust auf Kartons und Ungemütlichkeit...







Am Sonntag fuhr ich dann "nach Hause" und versuchte Herrin des Chaos zu werden. Da ich einen Großteil der Kartons seit 5 Monaten nicht mehr gesehen hatte war ich beim Öffnen immer sehr erstaunt, teilweise auch genervt ("Och neeeee der Kack muss auch noch irgendwo hin"). Ich versuchte zu trennen zwischen "Brauche ich auf jeden Fall" und "Die nächsten drei Jahre kann ich darauf verzichten". Die Kapazitäten waren nämlich schnell erschöpft und die Schränke platzten aus allen Nähten... Als ich die Winterklamotten auspackte, stellte ich schmerzlich fest, dass mir von den Sachen nicht mal mehr die Hälfte passen würde. Ich verabschiedete mich vom Großteil, sogar mein heißgeliebte Übergangsjacke die ich schon seit 10 Jahren besitze weilt nun nicht mehr unter uns :((((. Zwei große blaue Säcke füllten sich und fanden den Weg zum Altkleidercontainer. Mein Abiball- und mein Brautjungfernkleid hängen nun auch rum und suchen einen Käufer. Sowas kann ich nicht einfach wegschmeißen...

So für heute genug, ich geh jetzt Anatomie lernen :)
Morgen gibts dann mehr aus Miris Welt!!!


Mittwoch, 31. Oktober 2012

Ich bin und bleibe Optimist!

Lang, lang ists her seit ich etwas geschrieben habe und so einige scharren schon in den Hufen wann es denn endlich mal wieder was Neues von mir zu hören, pardon, lesen gibt ;)

Da ich heute endlich mein lang ersehntes High-Speed Internet bekommen habe und nicht mehr auf die gefühlten 56k meines ehemaligen Vermieters angewiesen bin ist das doch der beste Anlass euch mal auf den neusten Stand zu bringen...

Wo fang ich denn nun an?!
Vielleicht mit der never-ending-Bafög Geschichte? Mir wurde ja schon ans Herz gelegt doch ein Buch zu schreiben, vor allem dank dieser lebensbereichernden Erfahrung mit dem Beamten der diese berufsbezeichnung auch tatsächlich mal verdient hat :)

Ich weiß nicht ob es so angebracht ist hier die ganze Geschichte darzulegen, aber ich möchte zumindest ein paar Zitate teilen:
"Sie liegen auf dem Haufen der schwierigen Fälle" (Wer liegt da nicht gerne?!)
"Wenn jeder hier anruft und nach seiner Förderung fragt komm ich ja auch zu nichts" (Hmmm es war noch nie besetzt als ich versucht habe anzurufen)
"Das sind ja ganz schön viele Unterlagen. Ich habe am Donnerstag angefangen und es dann wieder zur Seite gelegt" (Hach das würde ich auch gern mal auf der Arbeit tun)
"Ich habe keine Lust jeden Tag aufgrund ihres Krankengeld-Erhalts zu prüfen." (zumindest ehrlich!)
"Nachdem ich die Nummer jetzt schon dreimal im Display gesehen habe, dachte ich es wäre was Dringendes, da geh ich doch mal ran"
"Sie liegen auf dem Haufen "Das muss ich noch in den nächsten 1,5 Wochen erledigen bevor ich die Stelle wechsel""
"Ich habe mich jetzt eingeschlossen um die Fälle durchzugehen"

Ihr könnt euch vorstellen wieviel Blut und Wasser ich geschwitzt habe. Ich habe mich nicht einmal getraut in irgend einer Art und Weise meine Meinung kundzutun, denn den Ärger eines Beamten von dem man etwas möchte wollte ich nicht auf mich laden...
Aber am Ende wird alles gut - nachdem ich hartnäckig weiterangerufen habe (nicht einer der Termine seitens des Herrn wurden eingehalten, ich habe immer wieder hintertelefoniert) wurde mein Antrag schließlich genehmigt. Ihr könnt euch vorstellen wie glücklich ich gewesen bin!!!

Während ich die letzten Tage gearbeitet habe, habe ich nebenher schon mal mein neues Leben geplant. Dazu gehörten Dinge wie Schlüssel fürs Wohnheim besorgen, Internet und Telefon anmelden, Sprinter für den Umzug mieten, Bett kaufen, Klamotten aussortieren und Kleinigkeiten für das Wohlfühlklima besorgen.

Einen Sprinter hatte ich über eine Seite aus dem Internet ausgesucht, die automatisch die günstigste Möglichkeit ausspuckt. Avis war der Gewinner und so habe ich schnell zugeschlagen: Ein WE 99,-EUR inkl. 150km. Das war schon nicht schlecht. Leider rief man mich zwei Tag vor dem geplanten Umzug an um mir mitzuteilen, dass die Station in Mönchengladbach ihre Öffnungszeiten geändert hat und Samstags geschlossen sei, aber ich könnte den Wagen auch schon morgen (Freitag) abholen - Eigentlich cool "Bis wann sind Sie denn da, ich arbeite bis 16h" "Bis um zwei" - Öhm super! Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass der Wagen in Krefeld am vereinbarten Samstag abgeholt werden kann. Als ich ihn abholte musste ich als Entschädigung nur 86,- EUR bezahlen. Die Kilometer wurden mir dann im Nachhinein für die Mehrfahrt erlassen. Schnäppchen :)

Dann gab es in Sachen Hochbett auch noch ein Happy End :) Ganz spontan überkam es mich nochmal und ich schaute in den ebay-Kleinanzeigen nach einem gebrauchten Tromsö. Was fand ich?! Eben dieses Bett und sogar in weiß! Ein Jahr gebraucht, Bilder waren vielversprechend - Preis 80,-EUR VB. Mmmhhh teuer... Ich also eine email geschrieben "Für 50,- EUR nehme ich es." Antwort "Für 60,- EUR können Sie es haben" "Machen wir 55,- EUR draus? :)" "Okay" YES!!!! Gekauft!!!

Am gleichen Tag war ich noch im Wohnheim um meine Schlüssel zu holen. Als ich so in dem Zimmer stand dachte ich nur "Verdammt ist das klein und verdammt ist die Decke niedrig". Irgendwie war das Zimmer beim letzten Mal größer und höher... Aber Miri wär nicht Miri wenn sie das nicht erstmal mit einem inneren Lächeln abtun würde. Abends bin ich dann nach Düsseldorf gefahren um das Bett zu holen. Erfahrungen im Abbau hatte ich ja nun schon genügend und ich versetzte auch die Verkäufer in Staunen als ich Ihnen mehrmals bestätigte dass das Bett in mein kleines Auto passen würde ;) Als ich das Bett sah dachte ich nur "Verdammt ist das hoch". Joar lustig, ne?! Egal... Wird schon! Zur Not muss mein Bruder mit der Säge ran. Also alles ins Auto geladen und zu meiner Freundin nach MG gefahren um es in den schon vollgestellten (alles meine Sachen wohlgemerkt) zu stellen. Ich fand ein Plätzchen und blieb meinem Motto treu "Pack it like Tetris".

Über das gleiche Anzeigentool fand ich auch eine gebrauchte Nespresso-Maschine. Zwei Jahre alt, sehr gepflegt für 75,- EUR (neu: 399,-EUR). Hingefahren - eine Asiatin öffnete die Tür und machte mir prompt einen Espresso um mir das Höllengerät zu demonstrieren. Goil! Schon verliebt! Klein, praktisch, stylisch und lecker (also die Maschine nicht die Asiatin ;)). Eingepackt und nach MG gedüst. Auf der Autobahn in einen Unfall reingeraten, Polizei angerufen, Frau beruhigt, weitergefahren, Britta gekauft (meine neue Mitbewohnerin und Entkalkerin für den Wasserkocher und die Nespressomaschine) und obendrauf noch eine Waage (will ja noch weiter abnehmen ;)). Dann arm und glücklich nach Hause...

Zwischendurch war ich noch beim Optiker weil ich das Gefühl hatte oft verschwommen zu sehen und mir nicht sicher war ob das am Joggen liegt (Wind in den Augen und nur dabei ist es mir aufgefallen weil ich das Ende des Weges nicht klar sehen konnte) oder ob meine Augen einfach schlechter geworden sind. Endergebnis waren ein langes Gespräch über böse Banker, verlorene Millionen, gemeine Mitmenschen, Glasbausteine (starke Brillengläser) und eine Kurzsichtigkeit von -1 und -0,75. Die Folge waren weitere, viele Euronen die aber nach einem kurzen Gespräch meine Großeltern übernahmen (DANKE!!!). Jetzt bin ich um eine stylische, drei-Platten-Brille und einen HD-Effekt reicher (wie gut dass ich schon seit 5 Jahren unbedingt eine Brille haben will weil ich der Meinung bin dass sie mir stehen :))

So nun lass ich den Griffel fürs erste fallen, ich bin müde und außerdem will euch nicht mit noch längeren Texten langweilen.

Wenn ihr wissen wollt wie mein letzter Arbeitstag war, wie die Hochbett-Geschichte ausging, was mein Kaffee-maschinchen macht, wie sich der Umzug gestaltet und warum ich auch jetzt noch nach dem "Pack it like Tetris"-Prinzip lebe, schaltet auch das nächste Mal wieder ein wenn es heißt "Ich bin und bleibe Optimist" :)

Gn8

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Stoff, ich brauch Stoff!

Heute war es mal wieder soweit: Stoffmarkt in Kerkrade!
Nach 3 Jahren war ich endlich mal wieder dort und konnte schöne Stöffchen begrabbeln, bestaunen, besabbern und ein paar auch kaufen.

Das Schönste aber war die Tatsache, dass ich nicht alleine aufgebrochen bin, sondern mein Papa und meine Schwester mich besucht und dorthin begleitet haben. (Meine Papa ist echt verrückt - er ist von Dortmund nach Dillenburg gefahren um meine Schwester abzuholen, von dort zu mir nach Mönchengladbach um mich einzusammeln, dann nach Kerkrade zum Stoffmarkt, danach nach Aachen zum Kaffee trinken um anschließend erst mich abzusetzen, dann meine Schwester wieder nach Hause zu bringen und zu guter Letzt wieder nach Hause zu fahren)

So konnten die beiden auch mal meine momentanen Lebensumstände kennenlernen und schaun wo und wie ich so wohne...

Da mich durch ein Nähforum die Patchwork- und Quiltlust wieder gepackt hat, standen auf meiner Liste 10x 1,5m Stoffe in den Farben grün, rosa, rot und grau. Daraus wird eine schöne Decke im Garden Fence Stil :) Eine Vorlage habe ich im Internet in einem anderen Blog gefunden >>klick mich<<

Meine Schwester hatte eine ihrer Burdas eingepackt und wollte ein Kleid aus Wollkrepp nähen.

Eigentlich standen auf meiner List auch noch ein roter, alt angehauchter Stoff für zwei Bilderrahmen auf die ich einen Scherenschnitt aus schwarzem Stoff anbringen wollte, aber da ich da bestimmte Vorstellungen von habe wie der aussehen soll, wurde dieser Punkt schon gedanklich gestrichen...

Auf dem Markt angekommen wurde auch schon der zweite Stand genauestens begutachtet. Hier gab es bereits vorgeschnittene Patchworkstoffe nach Farben sortiert. Wir mussten uns echt durchkämpfen, hatten aber schnell ein paar Stöffchen ergattert.

Ein Kurzwarenstand wurde auch angepeilt und dort fanden Nähmaschinennadeln den Weg in die Tasche meiner Schwester.

Bevor wir weiterschauten, stärkten wir uns erstmal mal Frikandeln und Pommes :) (Diät für einen Tag mal bei Seite geschoben).

Nachdem wir den Preis von 39,-€ für einen Meter Wollkrepp genannt bekommen hatten, verabschiedeten wir uns geistig von diesem Stöffchen und suchten stattdessen nach einem halbwegs standfesten, dunkelroten Baumwoll/Poly Stoff. Gar nicht so einfach! Entweder war es die falsche Farbe oder er war zu elastisch. Nach einer Weile wurden wir an einem einzigen Stand fündig. Der dort aufgerollte Rest von 2,20m sollte insgesamt 30€ kosten. Da es aber noch nicht der "Oh-mein-Gott-dafür-würde-ich-morden"-Stoff war, war es der jungen Dame zu teuer und wir waren nicht bereit alles zu kaufen obwohl wir nur 1,70m brauchten. Das wollte der Händler aber nicht und er ließ auch nicht mit sich reden. Also gab es keinen Stoff, sondern eine traurige und enttäuschte kleine Schwester...

Auf dem Rückweg kamen wir nochmal an dem Patchworkstand vorbei und es fanden noch 7 weitere Päckchen den Weg in meine Tasche (Papa du bist der Beste!). Hier also die Ausbeute:





Den weißen Stoff für die einzelnen Blöcke, sowie die Fleecedecken für die Rückseite werde ich mir beim Schweden kaufen, wenn ich mir auch meine Möbel holen fahre... Billiger werde ich es nirgendwo kriegen.

Ein Volumenflies für das Innenleben habe ich mir schon Anfang des Jahres aus Hamburg mitgebracht, das liegt verschnürt und verpackt hier rum und wartet auf seine Verarbeitung (ich hoffe jetzt einfach mal das das Bündel ausreicht).

Meine Schwester ergatterte noch Futterstoff für das Kleid und so ging es mit ein paar Kleinigkeiten in ein Cafe in Aachen wo wir bei Chai Latte, Kirschweizen und Kakao Geschichten über alte Zeiten, die Gegenwart und anderes Gedankengut austauschten. Es ist schön so ungezwungen, gemütlich und offen miteinander zu plauschen. Diese Gelegenheit habe ich leider viel zu selten mit meinem Papa...

Später fuhren wir noch kurz zu mir, ich gab meiner Schwester noch Stoff zum basteln mit und dann waren die Beiden auch schon wieder weg :(. Ich hoffe wir wiederholen sowas mal!

Schön, dass es euch gibt!

Sonntag, 23. September 2012

Bettgeschichten, Wanddeko und andere Alltagsschwierigkeiten

Da ist das Wochenende schon wieder so gut wie vorbei... Immer wieder schade!
Aber so ein Sonntag ist doch sehr praktisch - man hat endlich mal Zeit.

Dann will ich euch mal auf dem Laufenden halten:

Das Hochbett hat seinen finalen Standpunkt erreicht: Schrottplatz - Dort wird es vielleicht in kleine Teile zerteilt und landet als Straßenlaterne an irgendeiner Straße. Vielleicht wird es aber auch zu einem Klettergerüst auf einem Spielplatz? Wir werden es nie erfahren ;)
Aber wie kam es dazu?!

Nachdem ich Schmirgelpapier, Lack, Pinsel und einen Lackroller mit Wanne gekauft hatte, ging es total motiviert ans Werk.
Zum Schleifen riss ich das Schmirgelpapier in Streifen und bearbeitete damit erstmal die einfachen Teile.
Als das erste schwierige Teil drankam, verlor ich schon extrem an Lust überhaupt weiterzumachen (außerdem sah ich aus wie ein Schwein)



So nahm ich mir die kleinen Streben und versuchte die Farbe aufzutragen. Mit dem Schaumstoffroller sah die erste Schicht ziemlich dürftig aus... Von deckendem Anstrich konnte nicht wirklich die Rede sein und an manchen Stellen war die Farbe durch die Beschaffenheit des Lackrollers fleckig. Extrem ätzend. Nachdem dann die vierte Schicht endlich zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führte, legte ich die Sachen erstmal zur Seite und widmete mich anderen Dingen.



Da aber die vermieterfreie zeit nur begrenzt war, war auch die Pause entsprechend kurz.
Am nächsten Tag fing ich an die Leiter zu lackieren. Nebenher hatte ich auf der Wiese eine der gekauften Malerfolien ausgebreitet und mit Steinen beschwert. Dort verteilte ich die Rundstangen und die langen Streben und malte jeweils die oben liegende Seite an.

Da die Leiter auch nach vier Schichten nicht wirklich toll aussah und sich beim Umdrehen herausstellte, dass sich trotz meiner Bemühungen Nasen gebildet hatten, hielt ich eine Krisensitzung mit mir selber ab. Es sah alles scheiße aus, die Farbe war leer und nicht mal die Hälfte aller Teile war fertig angemalt...
Wer kann einem in so einer Situation am besten helfen und steht mit Rat und Tat zur Seite? Die Mama!
Die bestätigte mich auch in dem Glaube, dass das alles großer Mist sei und ich das Ding mitsamt seinen negativen Energien doch entsorgen solle.

Ich rief einen Schrotthändler in der Nähe an und vereinbarte die Abholung für Freitag 16.30h.
Als ich an dem besagten Tag nach Hause kam räumte ich die halb lackierten Einzelteile schon mal in den Flur.
Als um viertel vor fünf immer noch keiner da war rief ich nochmal bei dem guten Menschen an. Ich hatte seine Frau am Apparat und erklärte ihr alles - im Hintergrund hörte ich ihren Mann sagen "Mist. Das hab ich total vergessen. Sag ihr ich ruf in 10 Minuten zurück." Das teilte mir die gute Frau dann auch mit...

Nach zehn Minuten kam dann auch besagter Anruf mit der Aussage, dass der Kollege den Termin versehentlich für Montag statt für Freitag aufgeschrieben hätte - ja ne is klar! Boah war ich sauer! Das Ding sollte weg und zwar noch dieses Wochenende!!! Ich quetschte das Teil in mein Auto und fuhr kurzerhand zur nächsten Schrotthalde. Dort durfte ich meiner Wut freien Ausdruck verleihen und das doofe, blöde, miese und dumme Bett auf den großen Haufen schmeißen :) Kapiel abgeschlossen!

Wanddeko

Wenn mit der Ausbildung nun alles klappt und ich Ende Oktober umziehe, möchte ich aus meinen 15qm Wohnfläche natürlich das Beste rausholen ;) So sollen auch die Wände irgendwie "gestaltet" werden.

Ich habe mich für eine Art Mosaik aus Schallplatten entschieden. Ein Bild dazu habe ich vor einigen Wochen in einer Zeitschrift gefunden - es hat mich total fasziniert...
Da ich am Wochenende in Aachen unterwegs war, habe ich dort auch mal direkt einen Schallplattenladen besucht. Ich brauche zwei einfache Hüllen und sechs aufklappbare. Am liebsten in den Farben schwarz, weiß und rot, denn so werden auch die Möbel später aussehen.

Entschieden habe ich mich für ein Platte der Ärzte, eine von Madonna (die ich aufschneiden werde um die Vorder- und Rückseite nutzen zu können, eine zerkratzte Bob Marley und eine zerkratzte AC/DC Platte.






Jetzt fehlen mir noch vier schicke ausklappbare LPs. Ich schau mal was ich noch so in diversen Läden auftun kann und berichte euch wie es weitergeht - ist auch schwer das nur in Worten zu beschreiben...

Resident Evil - Retribution

Mit meiner Freundin war ich Samstag Abend im Kino und habe besagten Film geschaut.
Ich glaube das war das allererste Mal, dass ich nichts zu essen oder zu trinken gekauft habe. Aber es ist besser für den Geldbeutel und für die Figur ;)

Aber nun zum Film:
Ich bin etwas zwiegespalten was eine abschließende Meinung angeht.
Ehrlich gesagt habe ich wesentlich mehr erwartet. Die Story ist extrem flach und letztlich auch nur nebensächlich. Eigentlich ist nur wichtig, dass Alice befreit werden muss um die Menschheit zu retten.

Was aber sehr cool war, waren die Effekte, der rückwärts abgespielte Anfang und ein paar (aber sehr wenige) Überraschungsmomente.

Ins Kino muss man für den Film nicht unbedingt. Mir hätte es auch gereicht ihn irgendwann auf DVD auf dem heimeligen Fernseher zu sehen...

Donnerstag, 13. September 2012

Nee was gehts uns gut!


Ich suche seit längerer Zeit in gewissen Börsen nach einem weißen Tromsö-Hochbett von dem schwedischen Möbelhersteller.
Da ich in naher Zukunft mein Leben auf 15qm fristen werde, muss ich schaun wie ich das geringe Platzangebot optimal ausnutzen kann - daher also ein Hochbett (erinnert mich irgendwie an meine Kindheit).

Jeden Morgen habe ich also meine Kleinanzeigen-app angeschmissen und in Mönchengladbach und näherer Umgebung nach dem genannten Bett gesucht.
Irgendwann stieß ich auf folgende Anzeige:

"Tausche Ikea Hochbett gegen Kaffee ;o)"

Die Dame wollte 5 Pakete roten Kaffee aus dem Discounter - ist ja wie im Mittelalter; Tauschhandel ;)
Möglichst nett und witzig habe ich die Tauschpartnerin angeschrieben und ihr von meiner Situation erzählt.
Ein paar Tage später bekam ich eine Antwort mit dem Inhalt "Bingo - du hast das Bett"

Stellte sich also nur noch die Frage nach dem richtigen Transportfuhrwerk. Mein kleiner Ibiza würde wohl kaum dafür ausreichen. Ich schrieb einen Bekannten an der einen 9-Sitzer sein Eigen nennt. Er wollte sich melden...
Nachdem ich nach fast einer Woche immer noch nichts gehört hatte und die arme Frau nicht auf dem Bett sitzen lassen wollte (sie schrieb noch extra in die Anzeige "an zuverlässige Leute" *schluck*), fragte ich sie ob ich mit einer Freundin zum Abbauen vorbeikommen könnte. Vor Ort wollte ich mir ein Bild von der tatsächlichen Größe des schmucken Teils machen. Im Internet hatte ich recherchiert, dass sogar jemand das Teil in seinen Corsa bekommen hatte ;)

Meine Freundin, die zum Glück kurzfristig Zeit hatte, hatte einen umfangreichen Werkzeugkoffer den sie mitbrachte. Allerdings brauchten wir noch die ominösen Imbusschlüssel, die man für jedes Möbel des schwedischen Anbieters braucht. Da ich leider keinerlei Werkzeug besitze (an alles Familienmitgliederdie das lesen: Bald hab ich Geburtstag und bald ist Weihnachten ;) ich wünsche mir einen Werkzeugkoffer mit Basisausstattung - Schraubenzieher oder Ratschenset, Hammer, Imbusschlüssel und son Zeug :D), musste ich eine andere Lösung finden...
Da mein Vermieter ein kleiner Messie ist und so ziemlich alles sammelt und überall irgendwas rumfliegt, musste ich nicht lange suchen - ich weiß, leicht kriminell weil ich ihn nicht gefragt habe, aber es war eine Notsituation! ;)

Bepackt mit Werkzeug und guter Laune ging es also zu der Kaffetante. Den Kaffee hatte ich schon vorher besorgt - Ein Bett für 18,-€ - yes ;)

Es erwartete uns sozialer Wohnungsbau, gut heißt ja nichts. Aber auch hinter der Wohnungstür wurde es nicht besser. Der Geruch war nicht so prickelnd, von Ordnung war nicht viel zu sehen und die Frau die uns begrüßte sah fertig aus.
Im kleinsten Zimmer stand ein recht siffiges Klappbett und das silberne Hochbett (ja ich wollte eigentlich ein weißes, aber bei dem günstigen Preis war es mir dann doch egal). Halb abgebaut, ein paar Schrauben lagen schon in einem Töpfchen. Das Bett war ziemlich zerkratzt, die Schrauben durchgedreht... Als die Frau uns allein gelassen hatte, habe ich echt überlegt das Teil da stehen zu lassen. Aber ein paar Schrauben später stellte ich mir das Bett mit neuem Anstrich vor.
Der Abbau war aber trotzdem recht bähig! Überall Staub, Dreck, Haare und irgendwelche unkenntlichen Überreste... Wir trauten uns nachdem Abbau nicht mehr mit den Händen im Gesicht rumzugrabschen.

Ich schnappte mir die längste Stange und brachte sie zum Auto. Nachdem ich alle Sitze umgeklappt und den Kofferrauminhalt verteilt hatte, verfrachtete ich die Stange im Auto. Das sah schon mal gut aus...
Mit ein wenig tetrischem Denken und Ausprobieren lag ein Hochbett in meinem kleinen Ibiza :D :D :D

Jetzt erklärt sich auch der Titel:
In solchen Situationen merkt man wie gut es einem selber geht und was man bisher aus seinem Leben gemacht hat...

Da ich ja nun alle Teile schleifen und anmalen muss, ist das Ding noch im Auto und fährst jetzt jeden Tag mit mir durch Mönchengladbach :) Zur Arbeit, zum Einkaufen, nach Hause...




Hat doch was :)
Sonntag werden also mein kriminellen Energien freigelegt und ich streiche im Garten unerlaubt mein neues Hochbett :D

Neue Schrauben werd ich mir dann auch noch besorgen...

Sonntag, 9. September 2012

Sweet Home Dortmund

Wie die Überschrift vermuten lässt, war ich an diesem Wochenende in Dortmund - meiner Heimatstadt.

Vor 10 Jahren habe ich Lichtendorf verlassen um mein Glück woanders zu versuchen.
Der Großteil meiner Familie ist nach wie vor dort, bzw. in der näheren Umgebung...

Es ist jedes Mal eine Art Zeitreise wenn ich dorthin fahre. Meine Grundschule, alteingesessene Geschäfte, Familie, Freunde und andere Orte die meine Kindheit und Jugend geprägt haben.

Die erste Anlaufstelle ist ein jedes Mal die Singlewohnung meines Bruders. Auch wenn ich - wie jedes Mal - erst ein paar Tage vorher anrufe und meinen spontanen Besuch ankündige, kann ich dort schlafen. Selbst in der schwierigen Zeit der Trennung konnte ich immer zu ihm kommen - ich habe sogar den Zweitschlüssel bekommen. Sowas ist einfach ein Geschenk! Ich bin wirklich froh so tolle Geschwister zu haben und egal wie alt wir sind, wir sind immer noch wie kleine Kinder untereinander :) Danke, dass ihr für mich da seid!!!

So jetzt aber zurück zum Thema:
Nachdem ich mich bei meinem Bruder eingenistet hatte, haben wir es uns gemütlich gemacht mit einer Schüssel Salat, ein paar Süßigkeiten und Kissen im Rücken. 
Wir hatten uns den Film "Der Plan" rausgesucht. Ein toller Streifen mit Matt Damon der einen angehenden Senator spielt. Er trifft auf eine Frau die ihm einfach nicht mehr aus dem Kopf geht und seine Bestimmung zu sein scheint. Leider sieht der Plan der für sein Leben vorgesehen war anders aus - er hätte diese Frau nicht treffen dürfen... Letztlich geht es um die Frage der Bestimmung, des Zufalls und des freien Willen. Was wird von oben gelenkt und was darf sich frei entfalten. Ich kann ihn nur wärmstens empfehlen!

Am Samstag war ich mit meinem Bruder in Dortmund. Ich habe seit fast einem Jahr einen Tattoo-Gutschein der darauf wartet vor Verfall noch eingelöst zu werden.
Seit etwa derselben Zeit beschäftigte ich mich mit dem richtigen Motiv, der richtigen Stelle und der Frage ob das wirklich sein muss...
Mein Plan war bisher, dass einer meiner Arme mit Rockabilly-Motiven geschmückt sein sollte. Da ich aber erstmal wissen will wie es sich überhaupt mit diesem Körperschmuck lebt und ob ich es nach drei Jahren immer noch toll finde, habe ich mir ein kleines Motiv als Anfängerstück ausgesucht. Im gleichen Zug hatte ich mir überlegt, das Bildchen auf meinen Fußrücken stechen zu lassen, da ich hier noch zur Not Strümpfe tragen kann ;)

Ich wollte natürlich etwas, dass zu mir passt, einen Teil von mir präsentiert und zeitlos ist.
Es sollte eine Nähmaschine werden ;) Zugegeben - es hört sich erstmal komisch an... Inspiriert hat mich dieses Bild


Der Tattoowierer nahm mir allerdings schnell die Illusion - das Motiv ist zu detailreich und zu groß für die Stelle... Also entschied ich mich für eine Schere, zwei Garnrollen, ein paar Knöpfe und eine Nadel. Das stellt auch mein Hobby dar und ist luftig genug für den Fußrücken.

Der Termin ist am 29.10. - ich bin gespannt ob ich bis dahin nicht doch die Flinte ins Korn werfe und es einfach sein lasse. Ich schwanke auch jetzt gerade immer noch und frage mich ob es wirklich das richtig Motiv ist und ob ich das mein ganzes Leben lang tragen will...

Nach dem Tattoowierbesuch zog es mich zu meiner Freundin nach Schwerte. Hier hatte sich vor drei Wochen die kleine Isabella eingenistet und ich wollte die Kleine mal ansehen :) Vor einigen Wochen hatte ich schon angefangen ein Startgeschenk für die neue Erdenbürgerin zu sticken. 

Das Motiv und der Name waren schon vor der Geburt fertig. Es fehlten nur noch Datum, Uhrzeit, Gewicht und Größe des/am Geburtstag. Ich ließ mir alle Daten vom frischgebackenen Vater schicken und machte mich an die Arbeit um das Bild fertig zu bekommen.
Mittwoch machte ich den letzten Stich und Donnerstag 10 Minuten vor Ladenschluss besorgte ich im Schnellverfahren noch einen passenden Bilderrahmen.

Als das gute Stück eingespannt war, machte es einen schiefen Eindruck entlang des Namensschriftzug. Auch mehrmaliges Ziehen und Verschieben konnte nichts bewirken... Als ich mit dem Finger die Buchstaben nachging, fiel mir vor Schreck fast der Rahmen aus der Hand! Ich hatte tatsächlich vier Buchstaben eine Reihe höher gestickt als die anderen. So ein Scheiß!!! Das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen - der Perfektionist verlangte Nachbearbeitung... 

In stundenlanger Friemel- und Flucharbeit habe ich die Buchstaben aufgepopelt und neu gestickt. Ich kam zwar spät, aber glücklich ins Bett. 



Die Beiden haben sich sehr gefreut - ich mich auch :) 
Die Kleine ist total süß und ganz lieb. Habe sie die ganze Zeit durch die Gegend getragen und mir gewünscht ich wär auch schon ne Mama :D

Danach gabs noch lecker Würstchen und ne Partie Tischfußball.

Später habe ich meinen Bruder eingesammelt und noch meine Tante und meinen Onkel in Kamen besucht und sie auf den neusten Stand gebracht. 

Heute war ich noch bei sämtlichen Großeltern und habe das Erzähltape nochmal von vorn abgespult.

Freu mich schon aufs nächste Mal ;)